Köln liegt in der blauen Banane

von Laura Mangler

von Laura Mangler

 

Nein, damit ist nicht der Kölner Karneval gemeint. Die „blaue Banane“ bezeichnet Regionen mit einer dichten Bevölkerungszone, bei der fast alle zentralen Einrichtungen in Europa und 20 globalen und internationalen Städten beinhaltet sind.

 

Zu diesem Raumentwicklungsmodell zählt unter anderem London, die Schweiz, die Oberrheinseite sowie Norditalien. 1989 wollte Roger Brunet Frankreich auf die Defizite in der französischen Raumordnungs- und Regionalpolitik hinweisen und zu gleich warnen, dass Frankreich den Anschluss an die europäische Integration nicht verpasst. Dies schaffte er, indem er Europa in aktive und passive Räume einteilte. Die aktiven Räume wurden mit dem Überbegriff „blaue Banane“ gekennzeichnet und sollten ein Vorbild für Frankreich sein.

Aufgrund der höheren Bevölkerungsdichte konnte in Regionen der „blauen Banane“ ein besserer Austausch stattfinden, qualifiziertere Arbeitskräfte eingestellt werden sowie eine gute Ferninfrastruktur geschaffen werden. Allgemein kann man sagen, dass sich die gesamte Wirtschaft in diesen Regionen verbessert hat, wodurch ein hoher Grad an Dynamik und Zentralität geschaffen werden konnte. Durch die Nähe in dieser Region konnten sich Marktteilnehmer Transportkosten und Fahrtzeit sparen und die Zusammenarbeit zwischen den Wirtschaftsräumen, die sich an räumlichen Randlagen befanden, wurde verbessert.

Gerade Köln wurde durch seine Lage in der „blauen Banane“ ein zentraler Dreh- und Angelpunkt für die gesamte Transport- und Logistikbranche. Die Stadt und dessen Umfeld wurde zum idealen Logistikstandort aufgrund der Verkehrsanbindungen über Straßen, Schienen, Luft und Wasser, was nicht nur Vorteile für Deutschland schaffte, sondern für ganz Europa. Folge dessen waren hohe Anforderungen an den Transport- und Logistikmarkt, welche jedoch den gesamten Markt stärkten. Doch neben den ganzen Vorteilen bringt die „blaue Banane“ auch einige Nachteile. Einer dieser Nachteile ist, dass Regionen, bei denen der Ausbau der Infrastruktur nötig war, kaum beachtet wurden und Regionen aus der „blauen Banane“ wurden bevorzugt, sobald Nachfrage vorhanden war. Durch diese Bevorzugung der stärkeren Zentren wurde die Polarisierung gestärkt, sodass die schwachen Zentren entsprechend noch schwächer wurden. Außerdem wurde das Raumentwicklungsmodell kritiklos übernommen, obwohl gewisse Regionen bereits eine Eigendynamik entwickelt hatten, womit diese Regionen sich wieder komplett umstellen mussten.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die „blaue Banane“ einen großen Vorteil für bereits starke Regionen Europas hatte. Köln im Mittelpunkt der europäischen „Blauen Banane“ bietet damit deutliche Standortvorteile bei einer Ansiedlung. Hiervon profitieren unter anderem Rechenzentren, Logistik-Hubs und auch die Headquarter von Firmen.

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