Wie hat sich der Immobilienbedarf durch die Corona-Pandemie verändert?

von Eric Oversohl

von Eric Oversohl

Das turbulente Jahr 2020, welches hauptsächlich von der Covid-19 Pandemie geprägt wurde, neigt sich langsam dem Ende zu. In einigen Branchen haben sich Veränderungen bemerkbar gemacht, darunter auch im Immobilienbereich.


Aufgrund der weltweiten Pandemie kam es in diesem Jahr zu zahlreichen Insolvenzverfahren, was dazu geführt hat, dass auf dem Immobilienmarkt eine Menge an Mietflächen vakant geworden ist. Man sollte meinen, dass sich dies positiv auf den Immobilienmarkt auswirken sollte, da nach dem langjährigen Problem mit der geringen Leerstandsquote endlich Bewegung in den Markt kommt. Allerdings sorgt zugleich die aktuelle Pandemie für mehrere Probleme. Zum einen haben viele Unternehmen auf Modelle, wie zum Beispiel Home-Office umgestellt. Dies soll in den meisten Fällen zwar kein Dauerzustand werden, um z. B. nicht den persönlichen Kontakt zu verlieren, jedoch möchten einige Unternehmen das Konzept beibehalten, um beispielsweise ihre Büromieten einsparen zu können. Aus diesem Grund muss man in Zukunft mit einem geringeren Bürobedarf rechnen. Des Weiteren geht fast niemand in der aktuellen Zeit das Risiko ein, ein Start-Up zu gründen, weshalb der aktuelle Gewerbeimmobilienbedarf bereits immens sinkt. Dies ist ein Grund, weshalb zur Zeit der Einzelhandel in der Immobilienbranche am stärksten betroffen ist.

Ein weiterer Aspekt ist die mehrwöchige Schließung der Läden, durch den Lockdown. Dadurch konnten sich viele Unternehmen aufgrund fehlender Einnahmen nicht mehr über Wasser halten und mussten Insolvenz anmelden. Dieses Thema hält (je nach Branche) noch immer an, weshalb die Einzelhändler die aktuelle Situation erst einmal abwarten möchten. Aus diesem Grund werden aktuell so gut wie keine Einzelhandelsflächen angefragt. Zudem wird das Thema Expansion in diesem Jahr wohl kaum von Bedeutung sein, weshalb das Interesse an größeren Flächen abgenommen hat. Im Investmentmarkt sieht es ähnlich aus. Unzählige Kapitalanleger investieren ausschließlich in vermietete Liegenschaften, da ihnen Leerstandimmobilien oder Objekte, die über eine unvermietete Einzelhandelsfläche verfügen oftmals als unattraktiv erscheinen. Nun hat man zwar eine Menge an Flächen in die Vermarktung bekommen, dennoch fehlt die Nachfrage für diese.

Manche vergleichen den Markt mit der damaligen Dotcom-Blase, welche in der Zeit der Jahrhundertwende für Furore sorgt. Damals wurden beinahe täglich mehrere tausend Quadratmeter an Büroflächen zur Untermiete frei. Aufgrund des drastischen Anstiegs der Leerstandsquote sank zugleich das Mietpreisniveau erheblich. Auch in der jetzigen Zeit steigt die Leerstandsquote an, jedoch ist der damalige Anstieg um einiges fataler gewesen, als die heutigen Zahlen es hergeben.

Es wird gemutmaßt, dass die Folgen der aktuellen Pandemie nicht so schlimm einzustufen sind, wie die Folgen der damaligen Dotcom-Blase. Daher ist anzunehmen, dass der Markt sich höchstwahrscheinlich deutlich schneller von der Krise erholen wird, als es damals der Fall war.

Zurück