Große Materialkrise trifft den Bau von Gewerbeimmobilien empfindlich

von Sanela Hodovic

von Sanela Hodovic

Materialmangel – ein Thema, von dem man die letzten Wochen und Monate viel gehört hat. Spätestens seit dem Vorfall des Frachterschiffs Ever Given, welches den Suez-Kanal blockierte, wurden viele auf das Problem aufmerksam.


Denn dadurch kam es auch zu Verzögerungen von Lieferungen für Deutschland. Doch dies ist nur ein kleiner Teil des Problems. Derzeit herrscht ein Materialmangel wie seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr.
Die aktuelle Corona-Pandemie führt zusätzlich noch zu Verzögerungen in der Produktion oder Beeinträchtigung von Lieferketten.

Gerade in so einer schwierigen Zeit kurbelt die Baubranche die Wirtschaft an. Die Nachfrage ist hoch, doch die Materialien knapp. Besonders Holz, Stahl und Kunststoffe werden zur Mangelware. Die Gründe dafür sind zum einen die Dürresommer der vergangenen Jahre, wodurch die Produktion von Bauholz ins Stocken gelang. Zum anderen boomt die Nachfrage in China, sodass Rohstoff-Lieferanten zunächst Asien belieferten und Europa somit Rohstoffe fehlten.  

Dies bringt einige eklatante Auswirkungen mit sich. Es kommt immer häufiger zu Lieferengpässen, da Materialien zwar bestellt wurden, doch einfach nicht genügend auf Lager ist. Das führt dazu, dass Projekte im Bau sich immer weiter verzögern, bzw. sogar stillstehen. Einige Projekte können gar nicht erst begonnen werden, durch diese Knappheit. Das Darüner hinaus bedeutet dies auch weniger Wohnungsbau, welcher eigentlich in Deutschland und in der Region Köln, Bonn und Leverkusen dringend benötigt wird.  

Durch die enorme Konkurrenz und dem hohen Bedarf an Materialien steigen die Preise rasant, sodass bspw. Holzkosten um den 300-fachen Wert steigen. Die gestiegenen Materialpreise führt derzeit in der Gewerbeimmobilienbranche zu einem “Nachrechnen”. Einige Neubauprojekte müssen so neu kalkuliert werden und Vermieter sind gut beraten, wenn sie in Mietverträgen eine Anpassung an solchen Kostensteigerung bis zum Mietbeginn vereinbaren. Derzeit kann nicht selten zwischen Vertragsabschluss und Mietbeginn während der Bauphase die wirtschaftliche Kalkulation aus dem Ruder laufen.  

Zusammengefasst sind besonders die Materialien Holz, Stahl und Kunststoff vom Mangel betroffen. Die hohe Nachfrage führt zu Lieferengpässen, Verzögerungen, Stillstand und immer steigenden Kosten. Die Prognose lautet, dass es dies etwa noch mindestens 6 Monate anhalten wird, wenn nicht noch länger. In dieser schweren Zeit bleibt nichts weiter als lernen damit umzugehen und noch besser im Voraus zu planen sowie die Kalkulationen auf Vermieterseite frühzeitig anzupassen.

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