Der richtige Geräuschpegel im Büro fördert eine gute Arbeitsumgebung!

von Laura Mangler

von Laura Mangler

Aufgrund der Corona Pandemie leerten sich die Büros schlagartig, doch dies hat ein Ende und immer mehr Mitarbeiter verschlägt es zurück in das Büro. An den „neuen“ Lärmpegel müssen sich viele erst wieder gewöhnen.

 

Benjamin Müller, Psychoakustiker am Fraunhofer Institut für Bauphysik, weist auf Studien hin, bei denen 46 % der Mitarbeiter nicht mit Ihrer Arbeitsumgebung zufrieden sind.

Viele weisen auf die Akustik hin, womit Kriterien wie Temperatur oder Luftqualität in den Schatten gestellt werden. Meistens ist Lärm der häufigste Faktor dafür, dass die Arbeit unterbrochen wird. Bis zu 50 mal am Tag brechen 52 % der Mitarbeiter Ihre Arbeit ab, wegen Lärm. Gerade Gespräche im Umfeld des eigenen Arbeitsplatz lenken besonders ab. „Schon eine geringe Lautstärke von 35 dbA führt dazu, dass man sich nicht mehr konzentrieren kann“ laut Müller.

Der Psychoakustiker weiß, dass das Leistungsdefizit aufgrund von Hintergrundgesprächen bei 10 % bis 30 % liegt, wodurch häufiger Fehler gemacht werden.

Gerade die Struktur und Raumaufteilung von modernen Bürogebäuden spielen hierbei eine große Rolle. Sie werden hauptsächlich nach Architektur, Optik und Flächeneffizienz geplant, wobei Schallreduktion zu kurz kommt. Dazu kommt, dass der positive Effekt des typischen Hintergrundrauschen von elektronischen Geräten, wegen der neuen Technik, entfällt. Deshalb sollte man bei raumakustischen Messungen eher auf sprachliche Faktoren achten. Das heißt, man achtet auf die Entfernung zu den Arbeitsplätzen, sodass Gespräche noch verständlich sind, und auf die Anzahl der Mitarbeiter, welche durch solche Gespräche gestört werden können.

Hierfür hat das Fraunhofer Institut kostenlose Tools erstellt, um die Nachhallzeit zu berechnen oder eine Simulation zu erstellen, wie es sich in einem Büro anhören würde. Mit einem weiteren Tool ermittelt man die akustische Qualität, in dem man das Verhältnis zwischen störenden Geräuschen und dem Hintergrundrauschen der elektronischen Geräte berechnet.

Um die akustische Qualität zu verbessern schlägt Müller vor, Schirmwände und Schall absorbierende Deckensegel zu verwenden. Eine weitere Option wären technische Lösungen, wie beispielsweise eine harmonische Maskierung. Hierbei wird Musik über Lautsprecher abgespielt, um ungewünschte Geräusche zu übertönen. Hiermit kann man die Leistungsfähigkeit bis zu 7 % steigern.

In dieser ganzen Betrachtung gibt es jedoch einen Faktor der unberechenbar ist: der Mensch. Wenn ein Kollege sehr laut redet, bringen nicht einmal die besten Kopfhörer etwas, hierfür gibt es nur Richtlinien an sich die Mitarbeiter halten sollten.

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