Büromarkt Bonn - Q3 2020

von Sanela Hodovic

von Sanela Hodovic

3. Quartal des Bonner Bürovermietungsmarktes zurückhaltender - dennoch mit positiven Trends. Die noch zum Halbjahr 2020 herrschende Dynamik des Bonner Büromarktes, flachte im 3. Quartal etwas ab.


Anmietungsentscheidungen werden, auch auf Grund der ungewissen Ausgänge bzgl. neuer Infektionswellen und Einschränkungen, zurückgestellt oder gänzlich verschoben. Diese Situation ist allerdings nicht für alle Größensegmente zutreffend. Zu Ende des 3. Quartals 2020 wurde wieder ein Anstieg der Vermietungsaktivitäten analysiert.

In den Gesuchgrößen ab 1.000 m² wurden im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 nur geringe Vermietungsaktivitäten ermittelt. Neue Flächengesuche in dieser Größenordnung wurden gar nicht oder nur zurückhaltend angestoßen. In Mitten der Diskussion um das Thema Homeoffice und dadurch resultierende, potenzielle Flächeneinsparungen, eine zu erwartende Reaktion der Büronachfrager in Bonn. Die Gesuche der Öffentlichen Verwaltung sind in Bonn hingegen nicht rückläufig und weiterhin sehr häufig auf dem Markt aktiv – ein großer Pluspunkt des Bonner Bürovermietungsmarktes. Zu Ende des 3. Quartals 2020 konnten die Gewerbespezialisten von Larbig & Mortag Immobilien, exklusiver Partner der NAI apollo group, eine Vermietungsleistung von rund 62.340 m² Bürofläche ermitteln. Im Vergleich zum Halbjahr, bedeutet dies einen Anstieg von circa 13.798 m². Die größte Einzelvermietung von circa 5.500 m² wurde durch die Öffentliche Verwaltung in einer Büroliegenschaft in Bonn Gronau ermittelt.

Die ermittelte Flächenmehrung resultiert aus insgesamt 18 innerhalb des 3. Quartals, neu abgeschlossenen Mietvertragsabschlüssen. Hierbei ist zu erkennen, dass gerade in den Größensegmenten bis 1.000 m² Bürofläche nur ein leichter Rückgang der Anmietungsdynamik durch die Corona-Pandemie resultiert. Bis 500 m² benötigter Bürofläche, wurden bis Ende September insgesamt 40 Mietvertragsabschüsse ermittelt. Über 1.000 m² wurden bisher 12 Mietverträge abgeschlossen – hieraus resultiert ein Marktanteil dieses Segmentes von 80,0 Prozent.

Die Leerstandsquote liegt mit 3,25 Prozent erstmalig seit dem Endjahresergebnis 2015 wieder über der 3,0-Prozentmarke. Dies entspricht einem Gesamtleerstand von rund 128.500 m² Bürofläche. Der Anstieg im Vergleich zum Halbjahreswert 2020 ist vor allem durch eine große Vakanz von rund 20.000 m² in Bonn Endenich zu begründen.

Im 3. Quartal 2020 setzte der prognostizierte Anstieg der Durchschnittsmiete ein. Im Laufe des 3. Quartals Jahres 2020 war die Durchmischung der unterschiedlichen Objektqualitäten nicht vergleichbar wie in den zurückliegenden Jahren. Die neu abgeschlossenen Mietverträge wiesen deutlich höhere Mietpreise auf und die Durchschnittsmiete ist mit rund 12,39 EUR/ m² zu benennen. Dies bedeutet ein Anstieg von circa 0,61 EUR/ m² zu der noch im Halbjahr 2020 ermittelten Durchschnittsmiete. Die Höchstmiete liegt auch weiterhin bei 22,83 EUR/ m² und erfuhr in den zurückliegenden drei Monaten keine Veränderung. Die Spitzenmiete veränderte sich hingehend um 2,14 EUR/ m² von 20,99 EUR/ m² (1. HJ 2020) auf 21,61 EUR/ m². Die dafür verantwortlichen Anmietungen wurden in unterschiedlichen Teilmärkten des Büromarktes abgeschlossen (Gronau/ Bundesviertel, Bonner Südstadt und in der Bonner Innenstadt).

Das Bonner Bürovermietungsteam von Larbig & Mortag geht davon aus, dass der Bonner Büromarkt zum Jahresende 2020 einen Flächenumsatz zwischen 90.000 m² und 100.000 m² erzielen wird. Es kann prognostiziert werden, dass bis Jahresende noch verschiedene Großabschlüsse erfolgen werden. Wird nun der 5-Jahres-Trend (Vermietungsleistung: 99.000 m²) des Bonner Büromarktes zum Vergleich betrachtet, so ist die Prognose für den Bonner Bürovermietungsmarkt, trotz aller Corona bedingten Einschnitte, sehr positiv. Dennoch werden die Interessenten auf Grund der jüngsten Entwicklungen der aktuellen Fallzahlen, neue Kalkulationen des Flächenbedarfs erarbeiten und die eigene Arbeitsorganisation überprüfen. Welche Auswirkungen dies auf das Büromarktgeschehen in 2021 haben wird, ist zurzeit nicht abschließend zu prognostizieren.

>> Zum Kölner Büromarktbericht - Q3 2020

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