Büromarkt Bonn 3. Quartal 2022

von Laura Mangler

von Laura Mangler

Bonner Büromarkt mit Ausrufezeichen im 3. Quartal 2022:

Nach der durchwachsenen Performance des Bonner Büromarktes im ersten Halbjahr 2022, legt dieser im Laufe des 3. Quartals in allen Kennzahlen kräftig zu. Durch das äußerst starke Quartal 2022 wurde im laufenden Jahr eine Vermietungsleistung von 81.100 m² vermittelter Bürofläche erzielt. Die Leerstandsquote erfährt einen leichten Anstieg.


(Bonn, 04.10.2022) Insgesamt konnte im 3. Quartal 2022 eine Vermietungsleistung von circa 44.536 m² vermittelter Bürofläche erfasst werden. Damit wurde innerhalb des 3. Quartals mehr Fläche vermietet als im gesamten 1. Halbjahr 2022 (1.HJ 2022: 36.564 m²). Hauptverantwortlich dafür sind vor allem zwei weitere Großanmietungen über 10.000 m². Diese machen gebündelt bereits 34.805 m² mietvertraglich gesicherte Bürofläche in den Monaten Juli bis einschließlich September aus. Weiterhin hätte der Bonner Bürovermietungsmarkt durchaus Potenzial für eine noch höhere Vermietungsleistung, die aber durch die globalen Unsicherheiten ausgebremst werden. Aufgrund der derzeitigen Herausforderungen rund um die Energiekrise, eine mögliche Rezession, eine unvorhersehbare Situation rund um die Corona-Pandemie und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Risiken, agieren derzeit vor allem Unternehmen aus der freien Marktwirtschaft mit großer Vorsicht. Das Interesse an einer räumlichen Veränderung ist grundsätzlich vorhanden, allerdings zögern die jeweiligen Entscheider bei der finalen Entscheidung.

In Summe konnten bisher 62 Mietvertragsabschlüsse ermittelt werden. Auch diese Anzahl bestätigt die hohe Frequenz auf dem Bonner Büroimmobilienmarkt. Quantitativ sind dabei Unternehmen in der Größenordnung bis 500 m² Bürofläche derzeit überaus aktiv. So konnten Nutzer dieser Größenordnung 44 Mietverträge final abschließen. Dies entspricht einem Marktanteil von rund 71,0 Prozent (Bürofläche: circa. 9.135 m²). Im Hinblick auf die Vermietungsleistung sind die Großanmietungen aber weiterhin Umsatztreiber. Die größte Einzelanmietung fand im Teilmarkt Bundesviertel statt. Ein öffentlicher Nutzer sicherte sich hier eine rund 23.000 m² große Bürofläche. Als weiterer Großabschluss konnte eine Anmietung der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität mit rund 12.000 m² Bürofläche in Bonn-Endenich ermittelt werden.

Neben den zuvor genannten Kennzahlen verzeichnet das Mietpreisniveau der Beethovenstadt  indes ebenfalls einen beachtlichen Anstieg. Die noch zum Ende des 1. Halbjahres kräftig unter Druck geratenen Höchst- und Spitzenmieten erreichen mit 31,66 EUR/ m² und 22,30 EUR/ m² wieder „vor Corona Werte“. Hauptverantwortlich für den deutlichen Anstieg ist die hohe Frequenz bei der Anmietung von Neubauflächen in attraktiven Teilmärkten. Seit Beginn der Corona-Pandemie und spätestens seit der aktuellen Energiekrise rücken bei den Suchenden moderne Gebäudetechniken und nachhaltiges Bauen mit beispielsweise nachhaltigen Heizungsanlagen in den Fokus. Diese erhöhten Standards sorgen gerade im Hinblick auf erhöhte Baukosten für ansteigende Mieten. Auch die Durchschnittsmiete verzeichnet demnach mit 13,13 EUR/ m² einen Anstieg um 0,55 EUR/ m².

Die in den vergangenen Jahren immer mehr unter Druck geratene Leerstandquote erholt sich etwas und beläuft sich derzeit auf 2,35 Prozent. Dies entspricht einem Leerstand i.H.v. knapp 94.400 m². Neben den zuvor genannten Großanmietungen, die theoretisch für eine weitere Verknappung der Leerstandsquote sorgen müssten, rücken nun weitere Vakanzen in den Bereich der gemäß gif-Richtlinien definierten Bezugszeiträume. Insgesamt ist die Leerstandsquote aber weiterhin als kritisch zu beschreiben. Denn weiterhin fehlt es vorwiegend an qualitativen Flächen mit kurzfristiger Bezugsmöglichkeit in allen Größenordnungen.

Mit Blick auf die präferierten Teilmärkte Bonns belegt das Bundesviertel auch zum Ende des 3. Quartals 2022 mit einer Vermietungsleistung von circa 46.735 m² Bürofläche (Marktanteil: 58,64 Prozent) mit deutlichem Abstand den 1. Rang des Lagerankings. Auf Platz zwei befindet sich die Citylage mit einem Marktanteil von knapp 21,75 Prozent und einer Vermietungsleistung von 17.642 m². Der Teilmarkt Bad Godesberg belegt in Kombination mit dem Godesberger Zentrum mit 5.423 m² vermittelter Bürofläche (6,69 Prozent) den dritten Rang.

Die Experten von Larbig & Mortag Immobilien gehen weiterhin von einem Gesamtjahresumsatz des Bonner Büromarktes zwischen 90.000 und 100.000 m² aus. Weiterhin ausschlaggebend wird zudem die eingangs beschriebene, politische Situation und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Wirtschaft sein.

Marktzahlen im Überblick 3.Quartal 2022

 

 

3.Quartal 2022

3.Quartal 2021 Veränderung in %
Flächenumsatz: 81.100 m² 114.000 m² -29 %
Leerstand: 94.400 m² 88.253 m²         +7 %
Leerstandsquote: 2,35 % 2,20 % +7 %
Höchstmiete:    31,66 €/ m² 24,00 €/ m² +32 %
Spitzenmiete: 22,30 €/ m² 21,03 €/ m² +6 %
Durchschnittsmiete: 13,13 €/ m² 13,00 €/ m²   +1 %

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